Der 1254 g schwere AERO 50 II: 4 Gründe, den Begriff „Allround“-Geschwindigkeit neu zu definieren
Die Suche nach dem „Einhorn“-Laufradsatz
Seit Jahren stehen Rennradfahrer vor einer Zwickmühle. Wer die aerodynamischen Vorteile einer 50 mm tiefen Felge nutzen wollte, musste in der Regel einen Gewichtsnachteil in Kauf nehmen, der sich nachteilig auf die Effizienz beim Bergauffahren auswirkte. Umgekehrt bedeutete die Wahl eines unter 1.300 g schweren „Kletterradsatzes“, auf die aerodynamischen Wattersparnisse zu verzichten, die notwendig sind, um auf der Ebene oder bei einem Triathlon ohne Windschatten hohe Geschwindigkeiten zu halten.
Die Branche hat lange nach dem „Einhorn“-Laufradsatz gesucht – einem Paar, das tief genug ist, um die laminare Strömung zu optimieren, aber leicht genug, um die Trägheit bei Steigungen im zweistelligen Bereich zu minimieren. Mit der Markteinführung des UCI-zugelassenen ICAN AERO 50 II wurde diese Lücke nicht nur geschlossen, sondern überbrückt. Durch die Kombination von High-Modulus-Carbon-Technologie mit einem modernisierten Ratschen-Nabensystem stellt dieser Laufradsatz die Vorstellung in Frage, dass ein Fahrer eine ganze Reihe spezialisierter Laufräder benötigt, um auf unterschiedlichem Terrain wettbewerbsfähig zu sein.
Die 200-Gramm-„Diät“: Die Konstruktion des Carbon-Aufbaus
Das auffälligste Merkmal des AERO 50 II ist sein Gewicht – oder vielmehr dessen Geringheit. Während die meisten „leichten“ Aero-Laufräder großer Marken bei etwa 1.500 Gramm liegen, hat ICAN ein Gesamtgewicht von nur 1.254 Gramm (±20 g) erreicht.
Diese Gewichtsreduzierung um 200 Gramm gegenüber der Vorgängerversion mit 1.456 g ist nicht nur das Ergebnis von Materialeinsparungen. Es handelt sich um eine durchdachte Neukonstruktion der Felgenarchitektur. Unter Verwendung einer ausgeklügelten Mischung aus Toray T700- und T800-Carbonfasern optimierten die Ingenieure die Schichtfolge, um das Material dort neu zu verteilen, wo es am effektivsten ist. Dadurch wird sichergestellt, dass die Felge zwar leichter ist, aber dennoch die seitliche Steifigkeit beibehält, die für hohe Drehmomente und Beschleunigungen im Stehen erforderlich ist.
„Der optimierte Carbon-Aufbau reduziert das Gewicht bei gleichbleibender Steifigkeit und Haltbarkeit und bietet Agilität beim Bergauffahren sowie aerodynamische Effizienz für den Allround- und Triathlon-Einsatz.“
Um dieses Verhältnis von Gewicht zu Steifigkeit aufrechtzuerhalten, verwendet ICAN Sapim CX-Ray Aero-Speichen und Secure-Lock-Nippel. Dabei handelt es sich um Komponenten der „Gold-Klasse“ der Branche, die für ihre hohe Ermüdungsfestigkeit und ihr aerodynamisches Profil bekannt sind und sicherstellen, dass der Laufring auch unter den Belastungen aggressiver Rennen rund bleibt.

Das U/V-Hybridprofil: Aerodynamik ohne Kompromisse
Bei der Felgengeometrie geht es darum, den „Strömungsabrisswinkel“ bei Seitenwind zu kontrollieren. Die AERO 50 II nutzt ein hybrides U/V-Profil, das entwickelt wurde, um die mechanischen Vorteile beider traditioneller Formen zu vereinen.
* Stabilität durch U-Form: Das abgerundete Profil sorgt durch die Steuerung der Wirbelablösung für ein vorhersehbares Fahrverhalten. Dies verhindert die „sprunghaften“ Lenkreaktionen, die bei Rädern mit tiefem Profil unter böigen Bedingungen häufig auftreten, und verringert so die Ermüdung des Fahrers.
* Aerodynamik der V-Form: Die sich verjüngende Form der V-Geometrie hilft dem Laufrad, mit geringerem Luftwiderstand durch die Luft zu „schneiden“, insbesondere bei geringeren Gierwinkeln.
Mit einer Außenbreite von 28 mm in Kombination mit einer Innenbreite von 23 mm hält sich das AERO 50 II an die „105-Prozent-Regel“. In Kombination mit einem 28-mm-Reifen übersteigt die Felgenbreite die Reifenbreite geringfügig, wodurch sich die Luft beim Überfliegen des Laufrads sanfter wieder anlegen kann, was Turbulenzen deutlich reduziert. Dieses Design minimiert zudem die seitliche Verformung und sorgt dafür, dass jedes Watt Leistung in Vorwärtsbewegung umgewandelt wird.

Jenseits der Sperrklinke: Das schnelle Einrasten der D91-Nabe
Ein Laufradsatz ist nur so reaktionsschnell wie sein Antriebssystem. Das AERO 50 II verfügt über eine wesentliche Verbesserung in seinem Herzstück: den Wechsel vom D01- zum ICAN D91-Nabensystem.
Moderne, technikaffine Fahrer legen Wert auf schnelle Einrastgeschwindigkeit, und die D91 liefert diese dank eines 45T-Stern-Ratschen-Systems. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sperrklinkensystemen, die sich manchmal träge anfühlen können, bietet diese Ratsche einen knackigen Einrastwinkel von 8 Grad. Ganz gleich, ob du bei einem Kriterium aus einer technischen Kurve herausbeschleunigst oder auf einer steilen Steigung sofortige Kraft benötigst – die Verzögerung zwischen Pedalumdrehung und Beschleunigung wird praktisch eliminiert.
Trotz des Fokus auf Leistung wird nicht auf Langlebigkeit verzichtet. Die Nabe (mit einem Gewicht von nur 280 g) nutzt S&S-Stahllager für langfristige Zuverlässigkeit und ist kompatibel mit modernen Centerlock-Bremsscheiben sowie den Steckachsenstandards 12x100/12x142 mm.

Die Revolution der breiten Felgen: 23 mm Innenbreite für modernes Radfahren
Der branchenweite Trend zu breiteren Reifen (28 mm bis 32 mm+) wird durch das Streben nach geringerem Rollwiderstand und erhöhtem „mechanischem Grip“ vorangetrieben. Der AERO 50 II greift diesen Trend mit einer Innenbreite von 23 mm auf.
Dieses breitere Profil bietet folgende Vorteile:
Erhöhtes Luftvolumen: Dadurch können Fahrer mit niedrigerem Reifendruck fahren, was Straßenvibrationen dämpft und die durch Reifenverformung auf unebenem Untergrund verursachte „Hysterese“ (Energieverlust) reduziert.
2-Way-Tubeless-Ready-Design: Das Profil des Reifenbetts ist für eine einfache Tubeless-Montage optimiert und sorgt für ein komfortableres Fahrgefühl sowie eine deutliche Verringerung des Risikos von Pannen durch Einklemmen.

Fazit: Ist der Specialized-Laufradsatz am Ende?
Das Besondere am ICAN AERO 50 II ist nicht nur das Gewicht von 1.254 Gramm – es ist der bahnbrechende Mehrwert. Die Umsetzung dieses technischen Profils, das Sapim CX-Ray-Speichen und ein Sternratschen-Nabensystem umfasst, zu einem Preis von 670,00 US-Dollar stellt es in direkten Wettbewerb zu „Premium“-Laufradsätzen, die dreimal so viel kosten. Wird der Laufradsatz direkt aus einem europäischen oder amerikanischen Lager versandt, entfallen Versandkosten und Steuern.
Durch die gelungene Kombination aus der Kletteragilität einer flachen Felge, der Geschwindigkeit auf ebenen Straßen einer 50-mm-Aero-Felge und der Stabilität, die für moderne Breitreifen-Setups erforderlich ist, hat ICAN einen echten „Quiver-Killer“ geschaffen.
Da die Technik den Gewichtsnachteil aerodynamischer Felgentiefe immer weiter abbaut, müssen wir uns fragen: Gibt es noch einen praktischen Bedarf an separaten „Kletter“- und „Aero“-Laufradsätzen, oder hat sich der Allrounder endlich zum einzigen Laufradsatz entwickelt, den man jemals brauchen wird?




